Sonntag, 23. Mai 2021

Mein Leben im Wandel

Bevor das Virus namens Corona die Regierenden dieser Welt kaperte, hatte ich, die Autorin dieses Blogs, zwei Standbeine zur finanziellen Absicherung: Ich arbeitete als freie Mitarbeiterin für eine Wochenzeitung als Reporterin. Hier schrieb ich vornehmlich über Stadtfeste, Kunst und Kultur. Da von alledem nichts mehr stattfinden durfte, um die Verbreitung der Virenflut zu verhindern, erhielt ich natürlich keine Aufträge mehr. Der Verlag äußerte sich so: „Wir müssen alle Aufträge bis auf Weiteres stornieren. Die aktuelle Lage zwingt uns leider dazu, drastische Maßnahmen einzuleiten...“ Mir fehlen in Folge dessen knappe 4.000 Euro in der Jahres-Haushaltskasse. Mein Antrag beim Bundesfinanzministerium auf eine Überbrückungshilfe blieb ohne jegliche Reaktion. 

 


 

Mein zweites Standbein waren die Mieteinnahmen, die ich mit meinem Ferienhaus erzielte. Das Verbot der Regierung, ein Ferienhaus an Touristen zu vermieten (Das Warum erschließt sich mir bis heute nicht. Wo ist die Infektionsgefahr im Ferienhaus?), verminderte meine Einnahmen um 6.000 Euro gegenüber dem Vorjahr. Eine Entschädigung für den Mietausfall gibt es von keiner Seite. 

 


 

Die Rente meines Ehemannes ist jetzt unser beider Unterhalts-Sicherung. In Zeiten, in denen weder Reisen, noch Restaurantbesuche oder der Besuch von Kulturveranstaltungen erlaubt sind, spart man natürlich eine Menge Geld. Sollte ich der Regierung also vielleicht besser dankbar sein für mehr Freizeit und weniger Ausgaben?

Ich denke nicht daran! Denn ich will ein selbstbestimmtes Leben führen, in dem ich selber entscheide, wie ich lebe, wofür ich Geld ausgebe, wie ich mich um meine Gesundheit kümmere.


Der Wandel begann mit der Italien-Reise im März 2020, die ich nach einem Tag Aufenthalt abbrechen musste, weil plötzlich Veranstalter und Gastland im Panikmodus waren. Ein Virus bedrohte die Menschheit. Natürlich war auch ich zu dem Zeitpunkt noch in Sorge, wie sich die Situation entwickeln würde. Deshalb informierte ich mich bei allen Quellen, die sich mir boten. Die tägliche ARD-Tagesschau erschien mir von Beginn an zu einseitig in ihrer Berichterstattung und zu sehr effekthascherisch in der Aufbereitung von Fakten und Zahlen. Die von RKI und WHO verkündeten Werte und Worte wurden zur einzigen Wahrheit, deren Hinterfragung verpönt war.


Auf vielen Seiten in den sozialen Medien fühlte ich mich besser informiert. Bei Dr. Bodo Schiffmann von der Schwindelambulanz in Sinsheim (inzwischen einer der bekanntesten „Verschwörungstheoretiker“) entdeckte ich eine sehr viel entspanntere Betrachtungsweise des Virus-Geschehens, was mich beruhigte, weil seine Ausführungen mir logisch erschienen. Ich fühlte mich in meinen Ansichten rund um das Virus und dessen relativ geringe Bedrohung für den gesunden Menschen bestätigt. Weitere renommierte Ärzte und Wissenschaftler, wie beispielsweise Sucharit Bhakdi, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, oder der Mediziner Wolfgang Wodarg halfen mir, mit ihren Darlegungen die Krankheit Covid zu verstehen und neutralisierten meine Angst vor einer lebensbedrohlichen Infektion.

Ich teilte meine so geläuterten und neu strukturierten Gedanken mit meinen Facebook-“Freunden“, von denen ich prompt mit einem immensen Shitstorm überzogen, in die „rechte Ecke“ gestellt wurde. In den meisten Fällen wurde mir vorgeworfen, die Corona-Opfer zu ignorieren, das Leid ihrer Familien mit Füßen zu treten.

Dem war und ist überhaupt nicht so. Aber mir erschienen die gemeldeten Zahlen von Erkrankten (nicht positiv Getesteten und symptomlos Infizierten) und Todesfällen schlichtweg „normal“. Jede Krankheitswelle fordert ihre Opfer. Meistens sind jene Menschen betroffen, die alt und schwach oder kein gut funktionierendes Immunsystem haben. So lief es bei Covid in meinen Augen auch.

Etwa 950.000 Tote zählt Deutschland in jedem Jahr. Rund zwei Drittel dieser Menschen sind älter als 75 Jahre. Von den 950.000 Menschen sterben allein 344.000 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 227.000 an Krebs, 68.000 an Krankheiten des Atmungssystems, 9.000 durch Suizid. An oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 starben in Deutschland seit Beginn des Ausbruchs in 2020 bis zum 20. Mai 2021 nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts 87.385 Menschen, nicht einmal ein Zehntel der Menschen, die in jedem Jahr in Deutschland sterben. Zudem werden alle Verstorbenen, die positiv auf das Virus getestet waren, als Covid-Tote gezählt. Daher ist davon auszugehen, dass der eigentliche Grund des Ablebens in den meisten Fällen eine der anderen, vorgenannten Todesursachen ist.

Für mich sprechen diese Zahlen eine deutliche Sprache. Covid-19 ist in meinen Augen keine Krankheit, vor der ich mich mehr fürchten muss, als vor Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs.

Leider stelle ich fest, dass kaum jemand aus dem Freundes- oder Familienkreis ähnlich angstfrei mit der Krankheit umgeht. Die meisten akzeptieren die Endlichkeit des eigenen Seins nicht. Dabei steht eines in jedem Fall fest: Sterben werden wir alle. Die Folgen der Impfung können das ebenso leicht herbeiführen, wie eine x-beliebige Krankheit, ein Unfall oder Alkohol- bzw. Drogenmissbrauch. Dennoch fürchten sich die Menschen einzig vor den Corona-Erkrankungen, sogar dann, wenn sie Kettenraucher sind. Mir entzieht sich da die Logik.

Mit der Angst vor dem Virus steigt bei vielen die Angst vor dem Mitmenschen. Sie wechseln die Straßenseite, wenn ihnen jemand entgegenkommt, sie verweigern dem Freund die Umarmung oder den Handschlag, sie akzeptieren das einsame Sterben ihrer Angehörigen in Altersheimen und Krankenhäusern. Die Impfung scheint die einzige Rettung zu sein, den eigenen frühzeitigen Tod abzuwenden. Sich impfen zu lassen, gleicht daher im Moment einem sportlichen Wettbewerb. Wer bekommt zuerst den besten Impfstoff? Impftermine werden wie negative Testergebnisse auf den sozialen Kanälen regelrecht gefeiert. Weil die Regierung alte per Grundgesetz garantierte Freiheiten zu neuen erklärt, treibt die Menschen nicht nur die Angst vor der Krankheit, sondern mindestens in 50 Prozent der Fälle der Wunsch nach Reisen, Kulturveranstaltungen und Restaurantbesuchen an die Nadel.

Die Folge ist, dass wir an diesem Wochenende in der nach Monaten endlich geöffneten Außengastronomie Scharen von Menschen sitzen sehen, denen die drei Gs (geimpft, genesen, getestet) nicht zuviel sind, um „ihr Leben zurückzubekommen“.


Auch in meiner Familie war der Drang zur Impfung groß. Einer von ihnen musste jetzt dafür bezahlen. Ihn erwischte die als „selten“ eingestufte Impfnebenwirkung einer Hirnblutung. Er liegt gerade zwischen erster und zweiter Impfung auf der Intensivstation und glaubt den Ärzten, die gar nicht schnell genug versichern können, dass dieser Vorfall in keinem Zusammenhang mit der Impfung steht. Seine größte Sorge ist es, nun die zweite Impfung zu verpassen, weil er doch im Krankenhaus liegen muss. Wie soll man das verstehen, wenn Menschen, die man mag, ein solches Denken entwickeln?

Mein Ehemann steht leider auch an der Entscheidungs-Grenze. Seine Freizeitpartner – alle geimpft – bedrängen ihn täglich, er solle sich doch auch den „Pieks gönnen“. Danach könne er alles wieder tun, auf was er so lange verzichten musste. Leider glauben Ehemänner ihren Freunden meist mehr als den eigenen Ehefrauen. Ich fürchte, ich werde auch ihn an die Impfung verlieren, weil er dazugehören möchte zu der alten Clique, weil er noch einige Reisen machen möchte, bevor er sich von dieser Erde verabschiedet. 


 

Ich dagegen entwickele mich offenbar zu einem Zombie. Es wird so weit kommen, dass ich mein Haus nicht mehr verlasse, um als Ungeimpfter nicht bespuckt oder gar gesteinigt zu werden. Weil ich weder die in meinen Augen körperverletzende medizinische noch die FFP2-Maske tragen will (mir ist ihr medizinischer Nutzen gegen Viren nicht bekannt, sie stinkt, ich will nicht meine eigene Atemluft einatmen, ich bekomme Herpes davon und sie weckt ein Kindheitstrauma) bin ich schon jetzt ein ziemlich starker Stubenhocker geworden. Ich kaufe online: Lebensmittel, Drogeriewaren und Tierfutter. Ich treffe mich nur noch mit anderen Verschwörungstheoretikern, wie wir von unseren alten Freunden heute genannt werden. Die soziale Kälte meiner Mitmenschen, Stigmatisierung und Ausgrenzung machen mir tatsächlich mehr zu schaffen als die Sorge vor jedweder Krankheit.


Eine Auswanderung, die Gesinnungsfreunde anstreben, ist für mich keine Option. Mein Heimatland verlasse ich nur, wenn körperliche Gewalt droht. Ich harre aus und tröste mich mit meinem Alter. Die paar Jahre (vielleicht) werde ich wohl noch schaffen, auch unter diesen so traurigen Bedingungen. Meine eigene kleine Welt wird mir über die Zeit helfen, so dass ich dann am letzten Tag mit frohem Mut gehen kann, um denen die Welt zu überlassen, die ein Virus in die Unmenschlichkeit trieb.

Mein Leben im Wandel

Bevor das Virus namens Corona die Regierenden dieser Welt kaperte, hatte ich, die Autorin dieses Blogs, zwei Standbeine zur finanziellen Abs...